Markt Garmisch-Partenkirchen

Die Zusammenlegung und das Wappen von Garmisch-Partenkirchen



Bereits im Juli 1933 hatte man seitens des Marktgemeinderats Garmisch die Zusammenlegung der beiden Ortschaften Garmisch und Partenkirchen angeregt. Der Vorschlag wurde mit den gemeinsamen Interessen der Schwestergemeinden hinsichtlich der Entwicklung des Fremdenverkehrs und des Wintersports begründet. Garmisch zählte damals ca. 6500 Einwohner, Partenkirchen 6000. Zunächst gab es Probleme im Hinblick auf die mit einer Zusammenlegung verbundenen Bedingungen, denn schließlich wollte keine der beiden Gemeinden zugunsten der anderen aufgelöst werden. Erst das Nahen der IV. Olympischen Winterspiele 1936 beschleunigte die Verhandlungen und als sich die Garmischer zuletzt noch gegen den Standort des künftigen gemeinsamen Rathauses (auf Partenkirchner Boden!) sträubten, fiel die endgültige Entscheidung durch das damalige bayerische Innenministerium:

"Mit Wirkung vom 1.1. 1935 an wird die Marktgemeinde Partenkirchen mit der Marktgemeinde Garmisch vereinigt. Die vereinigte Marktgemeinde führt von dem genannten Zeitpunkt an den Namen Garmisch-Partenkirchen."

Gleichzeitig wurde den Ratsherren bei etwaiger Nichtbefolgung der ministeriellen Anordnung unverhohlen die Einweisung in das KZ Dachau in Aussicht gestellt ...

Zum selben Zeitpunkt berief man neue Bürgermeister und Gemeinderäte, die nun die Geschicke des frischgebackenen Doppelortes zu leiten hatten.

Nun musste aber auch ein neues Hoheitszeichen geschaffen werden, denn die alten Wappen hatten mit dem Inkrafttreten der Vereinigung ihre Gültigkeit verloren. Die Zeit drängte zwar, doch so schnell ließ sich auch in dieser Angelegenheit keine für beide Teile annehmbare Lösung finden, Garmischer wie Partenkirchner wollten im neuen Wappen angemessen vertreten sein. Als selbst verschiedene Vorschläge des bekannten Heraldikers Prof. Otto Hupp, München, nicht durchdringen konnten, einigte man sich schließlich auf diplomatische Weise. Als neues, gemeinsames Wappen wurde ein Emblem gewählt, das die früheren Grafen zu Eschenlohe führten, die man als Grafen zu Werdenfels wähnte. Keiner merkte, dass es eigentliche Grafen zu Werdenfels nie gab und man damit einem historischen Irrtum unterlag. Die Eschenloher (Andechs-Meranier) besaßen im Hochmittelalter lediglich die Grafschaft zu Partenkirchen und Mittenwald, während Garmisch im Eigentum der Welfen stand, ehe die tatsächliche Grafschaft Werdenfels erst um 1300 unter der Herrschaft des Hochstifts Freising begründet wurde.

Das heute gültige Wappen wurde am 3. 12.1935 mit folgender Beschreibung genehmigt: Das Wappen besteht (vom Beschauer aus gesehen) aus einem gespaltenen Schild, links in Silber (weiß) ein halber schwarzer Doppeladler rot bewehrt, rechts ein silberner (weißer) Querbalken in rotem Feld.

 

Lesen Sie mehr über Die Dramatik der Ereignisse vor dem Zusammenschluss zum 01.01.1935  in dem folgenden PDF: 75-jahre-markt-garmisch-partenkirchen-m-w-.pdf