Markt Garmisch-Partenkirchen

Hermann Levi Gedenkjahr 2020 · 2021

Programm

Aufgrund der Corona-Krise wurden fast alle der für das Jubiläumsjahr geplanten Projekte auf 2021 verschoben.

Einen lebendigen Einblick in Leben und Werk Hermann Levis und sein Wirken in Partenkirchen bietet jedoch ein geführter Rundgang durch Partenkirchen, den wir allen Interessierten bereits im Jahr 2020 ans Herz legen möchten.

Programmbroschüre Download
 

Themenführung „Auf den Spuren Hermann Levis“ 2020

Hermann Levi hat Spuren hinterlassen, nicht zuletzt in Partenkirchen. Zusammen mit anderen Künstlern hat Hermann Levi Ende des 19. Jahrhunderts das kleine Dorf zu einem kulturellen Treffpunkt außerhalb Münchens gemacht. Die Themenführung nimmt die TeilnehmerInnen mit auf eine spannende Zeitreise durch den Ortsteil Partenkirchen.

Termine 2020
4. August, 8. September, 6. Oktober, 3. November, 15. Dezember

Beginn der Führung: 16 Uhr (Dauer ca. 2 Std.) (4. August, 8. September, 6. Oktober)
Beginn der Führung: 15 Uhr (Dauer ca. 2 Std.) (3. November, 15.Dezember)
Treffpunkt: Richard-Strauss-Institut

Die Teilnahme ist kostenlos.

Bitte auf gutes Schuhwerk achten.

Sonstiges:

- bitte 10 min vor 16 Uhr an den Treffpunkt kommen - Registrierung aufgrund der Corona-Krise nötig
-  Anmeldung vorab nicht nötig
- Wegeführung: Richard-Strauss-Institut --> Ludwigstr. --> August-Lenzweg  --> Riedweg --> Karwendelstr. --> Eingang historische Ludwigstr. Ende
 
Zum Schutz Ihrer Gesundheit gilt:
– Begrenzte Teilnehmerzahl
– Der Mindestabstand von 1,5 Metern muss eingehalten werden
– im Außenbereich besteht keine Maskenpflicht
– Die Kontaktdaten der Teilnehmer werden dokumentiert unter Berücksichtigung datenschutzrechtlicher Bestimmungen
– Bitte auf gutes Schuhwerk achten.

Sonderführungen auf Anfrage bei Claudia Gans unter E-Mail:
info@gapa-guide.de oder Tel: +49 (0) 8823/93058


Umsetzung: Gästeführerverein Garmisch-Partenkirchen e. V.
 

Hermann Levi (wikimedia commons)

Ankündigung 2021

Glanzvoller Höhepunkt im Gedenkjahr 2021 und einzigartige Hommage
an Hermann Levi wird ohne Frage das Konzert unter der Leitung von Kirill Petrenko sein. Für sein Angebot, mit einem Ensemble der Bayerischen Staatsoper nach Garmisch-
Partenkirchen zu kommen sowie für seine Bereitschaft, die Schirmherrschaft zu übernehmen, gebührt ihm, dem dem späteren Amtsnachfolger von Hermann Levi, unser ganz besonderer Dank.

• Themenführung „Auf den Spuren Hermann Levis“ (Gästeführerverein Garmisch-Partenkirchen e. V.)

• Gedenkkonzert der Bayerischen Staatsoper mit dem derzeitigen Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker, Kirill Petrenko

• Freilichtausstellung „(k)Ein Platz für Hermann Levi?“ im Kurpark Partenkirchen,
welche von etwa 100 Schüler/- innen des Werdenfels-Gymnasiums
im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts erarbeitet wurde

• Hermann-Levi-Tage mit Konzerten, Symposium und Dokumentarfilm (Richard-Strauss-Institut), darunter eine Aufführung des Klavierkonzerts von Hermann Levi

Titel Programmbroschüre
(©Magnus Winterholler) Siegerbeitrag: Franka Kaßner

Neugestaltung der Grabstätte

Die Münchner Künstlerin Franka Kaßner hat mit ihrem Entwurf den vom Markt Garmisch-Partenkirchen ausgelobten Gestaltungswettbewerb gewonnen. Die Jury, der neben der vorherigen 1. Bürgermeisterin, Künstlern, Kuratoren und Architekten auch  die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, angehörte, entschied sich am 30.  April 2020 für Kaßners Entwurf „Der letzte Gruß“.

„Kaßner schafft ein zeitgenössisches Denkmal, das Ruhe und Andacht ausstrahlt, einen geheimnisvollen Ort der Nähe und Distanz zugleich, einen letzten Gruß Hermann Levis in all seiner Ambilvalenz“, so lautet das  abschließende Urteil des Preisgerichtes zum Siegerbeitrag. Im Umfeld der Grabstätte soll außerdem ein Themenweg zu Leben und Werk Hermann Levis entstehen.

Sie haben ab dem 2. September 2020 (Eröffnung 11 Uhr) unter besonderen Schutz- und Hygienemaßnahmen, die Gelegenheit, die Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge im Richard-Strauss-Institut zu besichtigen.

Richard-Strauss-Institut
Schnitzschulstr. 19
Garmisch-Partenkirchen

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag (10 – 16 Uhr),
an Feiertagen geschlossen

Hermann Levi – Leben und Werk

 
1839


 
Geburt am 7. November in Gießen als Sohn des hessischen Landesrabbiners Dr. Benedikt Levi und seiner Frau Henriette
 
1852 - 1855       
    
Lehrzeit bei Hofkapellmeister Vinzenz Lachner in Mannheim
 
1855 - 1858 Musikstudium in Leipzig
 
1858 - 1859 Aufenthalte in Paris
 
1859 Musikdirektor in Saarbrücken
 
1862 Musikdirektor in Mannheim
 
1862 Kapellmeister der deutschen Oper in Rotterdam; im Sommer erste Begegnung mit Johannes Brahms
 
1864 Kapellmeister am Badischen Hoftheater in Karlsruhe
 
1871 Abschiedskonzert von Karlsruhe; erste Begegnung mit Richard Wagner im Dezember
 
1872 Beginn der 25-jährigen Tätigkeit als Bayerischer Hofkapellmeister in München
 
1882 26. Juli dirigiert er – trotz einiger Widerstände - die Uraufführung des Parsifal
 
1884 – 1894 weiterhin als Dirigent und Kulturmanager in München und Bayreuth sehr erfolgreich
 
1896 Hochzeit mit Mary Fiedler; Ankauf des Grundstücks "Raßbräu-Sommerkeller" in Partenkirchen
 
1898 Umzug nach Partenkirchen / Haus Riedberg
 
1896 – 1900 Übersetzung von Textbüchern einiger Opern Wolfgang Amadé Mozarts, Herausgeber von Johann Wolfgang von Goethes „Gesammelte Erzählungen und Märchen“
 
1900 Tod am 13. Mai in München, Überführung des Leichnams nach Partenkirchen
 
1901 Fertigstellung des Mausoleums im Park des Hauses Riedberg (Bildhauer: Adolf von Hildebrand)
   

 

Programmbroschüre Hermann Levi
Programmbroschüre Hermann Levi

Hermann Levi und Partenkirchen

Im letzten Jahrzehnt des 19. Jahr­hunderts wurde der Markt Parten­kirchen mit einem Mal Sammel­punkt herausragender Künstler und Schriftsteller aus dem Münchner Kulturleben. Der Maler Franz von Lenbach, der Bildhauer Adolf von Hildebrand, der Literaturnobel­preisträger Paul Heyse, der Schrift­steller Walther Siegfried und der Dirigent Hermann Levi waren dabei, in Partenkirchen Fuß zu fassen.

Im Mittelpunkt dieser Versammlung künstlerischer, poetischer und musi­kalischer Größen stand für kurze Zeit Hermann Levi. Er war einer der be­deutendsten Dirigenten des 19. Jahr­hunderts. Wie auch andere jüdische Musiker wurde Levi zum engen musikalischen Vertrauten Richard Wagners, obwohl dieser seit den 1870er Jahren verstärkt in antisemi­tischen Schriften gegen Juden pole­misierte. 1882 hob Hermann Levi das letzte große Musikdrama Wagners, Parsifal, in Bayreuth aus der Taufe.

Die damaligen Mitglieder des Ge­meinderats Partenkirchen wussten um seine Persönlichkeit und seine Rolle als Wohltäter der kleinen Ge­meinde und dankten es ihm 1898 mit der Ehrenbürgerschaft.
 
Stand: 27.07.2020