Markt Garmisch-Partenkirchen

Mehr Beteiligung für Kinder und Jugendliche
Bewerbungsprozess „Kinderfreundliche Kommune“ nimmt konkrete Formen an


Der Markt Garmisch-Partenkirchen möchte „Kinderfreundliche Kommune“ werden. Im Anschluss an den 2017 gefassten Beschluss des Marktgemeinderats sich um dieses Prädikat zu bewerben, ist schon einiges passiert. Inzwischen wurden 100 Kinder und Jugendliche im Ort nach ihren Wünschen, Bedürfnissen und Meinungen nach Beteiligungsmöglichkeiten, ihren Lebensbedingungen, Freizeitmöglichkeiten und Schwierigkeiten im persönlichen Umfeld befragt. Ende April fand im Jugendzentrum Garmisch-Partenkirchen nun das erste Vor-Ort-Gespräch statt, bei dem neben der 1. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer, dem 2. Bürgermeister Wolfgang Bauer und dem Jugendreferent des Marktes Markus Baur, der Geschäftsführer des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“ Dominik  Bär und die Projektleiterin Susanne Fuchs sowie zahlreiche Vertreter der Verwaltung, von Kinder- und Jugendfachstellen, des Jugendbeirates und des Jugendzentrums teilgenommen haben (Foto).
Zunächst wurden die Ergebnisse der Befragung ausgewertet und diskutiert. Als Quintessenz wurde festgestellt, dass Garmisch-Partenkirchen grundsätzlich über gute Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche verfügt. „Die Informationsmöglichkeiten für die Zielgruppe sind durchschnittlich, bei den Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche besteht jedoch starker Verbesserungsbedarf“, stellten die drei Fachleute des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“ fest. Alle waren sich einig, dass in erster Linie bei den Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen an Entscheidungsprozessen nachgebessert werden soll. Der Verein „Kinderfreundliche Kommune“ empfiehlt diesbezüglich unter anderem den Jugendbeirat des Marktes verstärkt zu unterstützen und das Beteiligungsverfahren in Form von Online-Befragungen und Workshops zu Schwerpunktthemen zu optimieren. „Wir werden uns nun an die Umsetzung des Aktionsplans machen“, sagt 1. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer und fügt hinzu: „Die erste Gelegenheit, bei der sich Kinder und Jugendliche nun aktiv bei einem Entscheidungsprozess mitreden können, ist die Beteiligungsmöglichkeit bei der Planung eines Spielplatzes in Burgrain gemeinsam mit den Fachleuten der Gemeindegärtnerei und dem Bauhof.“
Nach der Gründung einer Steuerungsgruppe wird gemeinsam mit dem Verein ein Aktionsplan zur Verbesserung der Kinderfreundlichkeit des Marktes und zur Umsetzung der Kinderrechte in Garmisch-Partenkirchen erarbeitet. Sobald der Aktionsplan in Kraft tritt, wird das Siegel vorläufig verliehen. Innerhalb von drei Jahren soll der Aktionsplan verwirklicht werden. Nach dieser Zeit wird das Projekt nochmals geprüft und bei positiver Beurteilung das Siegel endgültig verliehen.
 
Hintergrundinfo: UNICEF ist der Träger des Vereins „Kinderfreundliche Kommunen“. Weltweit gibt es 50 Länder mit Kinderfreundlichen Kommunen. Das gleichnamige Vorhaben ist eine gemeinsame Initiative des Deutschen Komitees für UNICEF und des Deutschen Kinderhilfswerkes, das Städte und Gemeinden auszeichnet, die sich für die lokale Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention engagieren. 

Garmisch-Partenkirchen, 21.05.2019