Markt Garmisch-Partenkirchen

Großes Interesse an Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus


Der Markt Garmisch-Partenkirchen hat anlässlich des bundesweiten Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Marienplatz eine Gedenkfeier mit Kranzniederlegung veranstaltet. 1. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer betonte in ihrer Ansprache, dass jede neue Generation von den ungeheuerlichen Grausamkeiten des nationalsozialistischen Regimes erfahren und die Erinnerung an die Opfer weitertragen müsse. "Leider können sich Hetze, Hass und die entsprechende Ideologie durch den Einsatz von Internet und sozialen Medien heutzutage schnell und recht ungehindert ausbreiten", sagte die 1. Bürgermeisterin und appellierte: "Jeder einzelne von uns hat die Möglichkeit, Zivilcourage zu zeigen und rassistischen Sprüchen, antisemitischen Äußerungen und menschenverachtenden Parolen etwas zu entgegnen – nicht nur online, sondern auch in der Schule, in der Nachbarschaft, am Arbeitsplatz oder am Stammtisch."
 
In diesem Jahr stieß die Veranstaltung, die vom Bläserquartett der St.-Irmengard-Schulen musikalisch umrahmt wurde, auf vergleichsweise großes Interesse. Neben einigen Mitgliedern des Marktgemeinderats und zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern waren auch rund 120 Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen örtlichen Schulen zur Gedenkfeier am Denkmal für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gekommen. Zu ihnen sprach der Zeitzeuge Rudolf Schildbach, der betonte: "Es ist bewiesen, dass der Antisemitismus in Deutschland nie ganz aus den Köpfen der Menschen verschwunden war. Seit einiger Zeit macht er sich wieder verstärkt bemerkbar." Nach seinen bewegenden Worten stimmte der 87-Jährige die Nationalhymne an - und viele sangen mit. 

Garmisch-Partenkirchen, 27.01.2020
 
Tag der Opfer des NS-Regimes 2020 - Kranzniederlegung am Jüdischen Denkmal am Marienplatz © Pressestelle Markt  Garmisch-Partenkirchen