Markt Garmisch-Partenkirchen

Partenkirchner Grundschüler künftig in einem Schulhaus

Standort an der Prof.-Carl-Reiser-Straße bringt zu viele Nachteile für die Kinder


Der Markt Garmisch-Partenkirchen als Sachaufwandsträger der örtlichen Grund- und Mittelschulen hat für die Sanierung und den Teilneubau der Bürgermeister-Schütte-Schule in der Hindenburgstraße einen Realisierungswettbewerb ausgeschrieben. Hierfür musste vorab in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Schulamt, der Schulleitung und der Leitung des angegliederten Horts ein neues Raumprogramm erstellt werden. Dieses sieht unter anderem vor, dass die Klassen, die bislang in der Zweigstelle der Bürgermeister-Schütte-Schule in der Prof.-Carl-Reiser-Straße 2 untergebracht sind, künftig ins Hauptgebäude in der Hindenburgstraße 10 integriert werden. Diese Grundsatzentscheidung, die Zweigstelle zukünftig nicht mehr als Schulstandort weiter zu entwickeln und alle Grundschulklassen im Hauptgebäude zusammenzuführen, wird von Seiten des Staatlichen Schulamts aus fachlicher Sicht dringend empfohlen und wurde daher vom Bau- und Umweltausschuss in seiner Sitzung am 15.12.2019 einstimmig beschlossen.
 
"Natürlich hat das kleine Schulhaus viele positive Seiten. Die Schülerinnen und Schüler der ausgelagerten Klassen sind gegenüber ihren Mitschülern jedoch in vielerlei Hinsicht stark benachteiligt", erklärt 1. Bürgermeisterin Dr. Sigrid Meierhofer. Die Kinder müssten für den Fachunterricht oder für den Hortbesuch oft sogar mehrmals täglich zwischen kleinem und großem Schulhaus hin und her gehen. "Die Zeit für den Schulhauswechsel ist eine große Herausforderung bei der Organisation des Stundenplans und letztlich geht dies auf Kosten der regulären Unterrichtszeit", bestätigt Gisela Ehrl, Leiterin des Staatlichen Schulamts, und betont: "Die Vorteile eines gemeinsamen, gut ausgestatteten Schulhauses in der Hindenburgstraße überwiegen ganz eindeutig. Auch wenn das Gebäude an der Prof.-Carl-Reiser-Straße saniert würde, erfüllen die Räumlichkeiten die Anforderungen einer zeitgemäßen Grundschule bei weitem nicht mehr." So sind die vier Klassenzimmer zu klein, zu schmal, insgesamt ungünstig geschnitten. Sie können technisch nicht adäquat mit Beamer und Computerarbeitsplätzen ausgestattet werden. Ferner fehlen im Gebäude adäquate Fachräume, etwa für den Medien- und Musikunterricht, für das Fach „Werken und Gestalten“ sowie für den Differenzierungsunterricht (Deutsch als Zweitsprache, Förderkurs, arbeitsteiliger Unterricht), der vor allem für Kinder mit individuellem Förderbedarf wichtig ist.
 
Der Realisierungswettbewerb ist jedoch frühestens Ende des Jahres entschieden. Dann kann die Planung zur Realisierung im Rahmen eines EU-Verfahrens beauftragt werden. Sollte sich im Anschluss daran der zukünftige Gemeinderat grundsätzlich zum Neubau entschließen, kann der Bau frühestens 2022 beginnen. Bis zur Fertigstellung der Sanierungsarbeiten und der Teilneubauten, voraussichtlich frühestens 2024, bleibt jedoch alles beim Alten. Dann ist angedacht, das "kleine Schulhaus" Vereinen zur Verfügung zu stellen.

Garmisch-Partenkirchen, 03.03.2020