Markt Garmisch-Partenkirchen

Adolf Zöppritz

Am 9. November 1855 kommt Adolf Zoeppritz in Darmstadt als Sohn des Fabrikbesitzers Karl Zoeppritz und seiner Frau Margarete, geb. Weidenbuch, zur Welt.

1865 - 1872 besucht er das Gymnasium Darmstadt und erhält am 21. September 1872 am Großherzoglichen Gymnasium in Darmstadt sein Reifezeugnis.

1872 - 1874 studiert er an der Technischen Hochschule in Hannover Maschinenbau und verwandte Fächer.

1874 - 1875 erhält er eine praktische Ausbildung an der Gewerbeakademie in Berlin und in Frankfurt /Main.

1875 - 1876 leistet er den Einjährigen-Dienst beim Garde-Pionier Bataillon in Berlin und schließt mit Offiziersexamens ab.

1877 - 1878 bereitet er sich im vierten Studiumjahr in Hannover auf das Examen vor.

Am 2. Juli 1879 schließt er sein Studium als Maschinen-Ingenieur im Maschinenbaufach an der Königlich- Technischen Hochschule in Hannover ab.

1879 - 1981 arbeitet er als Ingenieur in Nordschweden.
1881 - 1882 ist er Assistent für mechanische Technologie an der Technischen Hochschule Hannover. 1882 - 1884 arbeitet er als Betriebsingenieur in Mergelstetten.
1884 verlobt er sich mit Emma Sapper in Heidenheim.

1884 - 1885 besucht er den Unter- und Oberkurs der Webschule in Aachen und volontiert an der Walk- und Tuchfabrik Carl Nellessen in Aachen. Er reist nach Genf, Lyon, Marseille, Nizza, San Remo und Florenz.

1885 - 1886 erkrankt er an einer Rippenfellentzündung, liegt im Aachener Spital und geht zuerst nach Wiesbaden und dann nach Davos-Dorf in das Hotel Seehof zur Kur.

Am 15. August 1887 heiratet er Emma Sapper in Heidenheim.

1888 - 1889 erhält er die Stelle als Chefingenieur der Fa. Schumann & Köppe in Leipzig, wo seine erste Tochter geboren wird.

1889 - 1891 erkrankt er an der Lunge und begibt sich zur Kur in das Haus Pickel in Davos-Dorf.
1892 hält er sich von Januar bis März in Montreux, im April in Davos und im August in Partenkirchen auf. 1892 - 1893 studiert er in Zürich Elektrizitätslehre.
1893 - 1899 ist er Direktor der Elektrizitätswerke in Davos-Platz.

1899 reist er nach England und Schottland und zieht er mit seiner Frau und den Kindern Margarete und Hellmut von Davos nach Garmisch in das Haus Utzschneider um. Nach schwerer Krankheit genesen, will er in Garmisch seinen Frühruhestand verleben.

Hier schließt er sich der 1887 gegründeten Sektion des Deutschen Alpenvereins an, dessen 1. Vorsitzender er von 1901-1934 und dessen Ehrenvorsitzender er bis zu seinem Tode bleibt. 1901, im ersten Jahr seines Vorsitzes, beginnt er ein unglaubliches Unternehmen: Er will die Höllentalklamm für Wanderer erschließen. So erkundet er mit Bergführern die Höllentalklamm, ist Bauleiter für das Unternehmen und trägt selbst das finanzielle Endrisiko. Nach vielen Schwierigkeiten kann endlich am 15. August 1905 die Klamm offiziell eröffnet werden. Zum 25. Geburtstag der Klamm baut er ein ein eigenes

Elektrizitätswerk. Seitdem ist die Klamm zur Freude aller Besucher hell erleuchtet. Auch die Erschließung der Partnachklamm (1912) geht auf seine Initiative zurück.

Außerdem betreibt er den Bau der Unterkunftshäuser der Sektion, der Hochalmhütte am Fuße der Alpspitze (1901), des ersten Kreuzeckhauses (1906, Adolf-Zoeppritz-Haus), des ersten Hauses auf dem Wank (1911) auf den vielfachen Wunsch der Partenkirchner Mitglieder, der Stuibenhütte für Skifahrer (1920) und der Oberreintalhütte (1922) für Kletterer. Auch der Wegebau ist ihm ein Anliegen. So plant er eine breite Fahrstraße in das Reintal bis zum Anger, die allerdings nie vollendet wird. Der Steig vom Kreuzeck über‘s Hupfleitenjoch in das Höllental wird 1909 eröffnet. Der Weg vom Oberreintal zum Schachen wird unter seiner Führung 1913 fertiggestellt.

Während des 1. Weltkrieges unterstützt er das Kriegshilfswerk mit großen Beträgen.

Er ist zugleich Vorstand des Verschönerungsvereins Garmisch und späteren Verkehrs- und Wintersportvereins Garmisch, wofür er sogar selbst die neuen Prospekte entwirft. Er ist verantwortlich für den Bau des Kramerplateauweges und den Bau des Kurhauses Garmisch.

Nachdem er die Wintersportanlagen in Oberhof/Thüringer Wald besichtigt hat, plant er eine Bobbahn für Garmisch. 1910 wird die Bobbahn oberhalb des Riessersees eröffnet, auf der nach verschiedenen An- und Umbauten im Jahre 1936 während der IV. Olympischen Winterspiele die Bobwettbewerbe ausgetragen werden und damit den Ruf Garmisch-Partenkirchens als Sportort festigt.

Am 17. Juni 1913 ist er Trauzeuge bei der Hochzeit des Philosophen Ernst Bloch mit Else von Stritzky, einer Bildhauerin aus Riga, in Garmisch. Am 8. Oktober 1913 wird er Mitglied im neu gegründeten Realschulverein Garmisch-Partenkirchen.

Am 6. November 1925 wird er zum Ehrenbürger von Garmisch ernannt und die seit 1905 bestehende Hochstraße in Adolf-Zoeppritz-Straße umbenannt.

Im August 1937 feiern Adolf und Emma Zoeppritz die Goldene Hochzeit.
Am 5. November 1939 stirbt Adolf Zoeppritz und findet im Garmischer Friedhof seine letzte Ruhestätte. 

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