Markt Garmisch-Partenkirchen

Max Byschl

geboren am 26. September 1855 in Garmisch

gestorben am 26. Januar 1931 in Garmisch Ehrenbürger von Garmisch-Partenkirchen

Eltern: Dr. Josef Byschl, aus Garmisch und Mathilde, geb. Kaiser, aus München

Max Byschl besuchte das Gymnasium zuerst in Metten, dann in Kempten und zuletzt in München.

1873/74 beginnt er sein Universitätsstudium.

1874 beginnt er als Einjährig Freiwilliger im 3. Feldartillerieregiment seine militärische Laufbahn. Das militärische Leben sagt ihm so zu , daß er sich dem Militär ganz anschließt.

1876 wird er Portepeefähnrich im 1. Feldartillerieregiment. Die Kriegsschule absolviert er als erster von den 77 Leutnants im 3. Feldartillerieregiment. Von einer Typhus-Epidemie, die in der Schule ausbricht, wird er angesteckt und fühlt sich deshalb, wie er später sagt, keine Stunde seines Lebens gesund. Die Krankheit zwingt ihn auch seine militärische Laufbahn als Offizier 1884 zu beenden.

Max Byschl Max Byschl

1884 kehrt er zurück in seinen Heimatort und entschließt sich die väterlichen Apotheke in Garmisch mitzuarbeiten. Daneben beginnt er sich um die Belange des Ortes zu kümmern und bemüht sich vor allem um die Belebung des Fremdenverkehrs.

1885 gründet er nach einem Sturm den Landwirtschaftlichen Bezirksverein, den er über 20 Jahre lang im Kreisauschuß von Oberbayern vertritt.

1887 werden nach seinen Plänen die Anlagen des Wittelsbacher Parks hergestellt und in den folgenden Jahren auf seine Anregung hin zahlreiche schattenspende Bäume in und um Garmisch gepflanzt. Im selben Jahr ist der Initiator am 28. September Mitbegründer der Alpen-Vereins-Section Garmisch des DOeAV.

1890 besteht er das Staatsexamen in Pharmazie an der Universität München mit der Note 1. Im selben Jahr heiratet er Josefine Vielmetti aus St. Maria Maggiore.

Seinem Geld und seinem Einsatz verdankt der Markt Garmisch die Vergrößerung des Marienplatzes. Er erreicht, daß 1890 ein Bauernhaus am jetzigen Standort des Kriegerdenkmals abgerissen wird und so der Platz vergrößert wird.

Am 9.Juni 1892 stirbt sein Vater und am 28. Juni 1896 seine Mutter. Ab jetzt führt er die Apotheke selbständig.

Max Byschl, Farbportrait Max Byschl, Farbportrait

Mit der Veröffentlichung einer Denkschrift am 6.12.1897 zur Weiterentwicklung der Schnitzschule bewirkt er die Angliederung des Fachkurses für Schreinerei an die Distrikts-Schnitzschule. Ebenso ist er an der Erbauung des Distrikt-Schlachthofes beteiligt.

Als in den Jahren 1901/02 die Innsbrucker Bestrebungen für die Erbauung einer Bahnlinie Innsbruck-Mittenwald-Garmisch-Partenkirchen greifbare Formen annehmen, beginnt für ihn eine neue und erfolgreiche Tätigkeit auf dem Gebiet des Verkehrswesens. Als Schriftführer des Eisenbahnkomitees verfaßt er drei große Denkschriften, darunter eine polemische gegen die ablehnende Haltung der Münchner Handelskammer, der sich, den Bestrebungen der Lokalbahn A.G. folgend, auch die Stadt München anschloß, mit dem Erfolg, daß der Stadtmagistrat München seine Stellung vollkommen ändert und nun ernstlich an der Verwirklichung der Bahnstrecke mitarbeitet. Trotz der Bedenken, daß nach der Eröffnung der Bahnlinie der Fremdenverkehr in Garmisch-Partenkirchen zum Erliegen kommen könnte, setzt er sich durch und der ungeheure Verkehrsaufschwung nach der Inbetriebnahme der Bahnstrecke gibt ihm recht. Für seine Bemühungen erhält er den Orden vom hl. Michael, 4. Kl. mit Krone von der bayerischen Staatsregierung. Auch für den Bau der Bayerischen Zugspitzbahn engagiert er sich als Mitglied des Zugspitzbahnkomitees, doch es vergehen noch Jahre bis zu dessen Eröffnung im Jahre 1930, die er aber voll Stolz und Freude noch miterleben kann.

Seine Initiative zum Zusammenschluß der Fremdenverkehrsgemeinden in Oberbayern zur gemeinsamen Werbung entspringt die Gründung des „Vereins zur Förderung des Fremdenverkehrs in München und im Bayerischen Hochland“, die mit der Ernennung zum Ehrenmitglied belohnt wir. Auch die Bildung des Bayerischen Landesfremdenverkehrsrates ist ohne seine rednerische und schriftstellerische Mitarbeit nicht denkbar. Besonders seine Schrift mit dem Titel „Die volkswirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs - ein Einzelbeispiel im Lichte der Statistik“ findet wiederholt in den Kammern der Staatsregierung Verwendung und Beachtung.

Am 13. Juli 1912 verstirbt seine Frau Josefine. Im selben Jahr zwingt ihn eine schwere Krankeit von allen öffentlichen Ämtern zurückzutreten. Unter anderem ist er 18 Jahre Mitglied des Gemeindekollegiums Garmisch, darunter mehrere Jahre als Vorstand, Mitglied im Landesfremdenverkehrsrat und Mitbegründer des Münchner Fremdenverkehrsvereins gewesen.

1913 lernt er während der Kur in Baden-Baden Frau Marie Arnold aus Kork bei Kehl kennen, die er am 18.11.1915 in Garmisch heiratet. Ihrem seelischen

Einfluß und ihrer Pflege verdankt er die Wiedererlangung seiner Gesundheit. Seine Apotheke verpachtet er im selben Jahr.

Während des 1. Weltkrieges von 1914 - 1918 findet er nur Verwendung im Heimatdienst, da er als zu alt und trotz freiwilliger Meldung nicht zum Kriegsdienst eingezogen wird. Nach der Revolution wird er Mitglied des Volksrates, Bezirkshauptmann der Einwohnerwehr und für kurze Zeit Vorsitzender des Bezirksrates, bis er aus Gesundheitsgründen zurücktreten muß.

1920 verpachtet er seine Apotheke an Oskar Schultheiß, der schon seit 1910 bei ihm tätig war und zieht in seinen Familienbesitz in der Klammstraße 5.

Am 12. Oktober 1922 wird er einstimmig „in dankbarer Anerkennung der vielen Verdienste um seine Heimatgemeinde zum Ehrenbürger von Garmisch“ ernannt.

1926 trifft ihn ein Schlaganfall und in dessen Folge kommen im Laufe der Jahre noch weitere Krankheiten hinzu. Trotz aufopfender Pflege seiner Gattin erholt er sich nie mehr richtig.

1928 löst er das Pachtverhältnis seiner Apotheke mit Oskar Schultheiß auf.

Seine zweite Frau Marie stirbt am 24. Februar 1929. Zum 1. April 1929 verkauft er seine Apotheke an seinen Nachfolger Ludwig Ryhiner. Zuerst bietet er das Haus dem Markt Garmisch an. Aber er erzielt keine Einigung hinsichtlich des Kaufpreises.

Am 8. Dezember 1930 heiratet er Frau Anna Schuster aus Mindelheim in Garmisch.

Der temperamentvolle Mann, den alle Einheimischen „Premier“ nennen, weil er während seiner militärischen Laufbahn Premierleutnant war, stirbt am 26. Januar1931 in Garmisch. Er hinterläßt in seinem Nachlaß:

„Ich sterbe mit dem tröstlichen Bewußtsein, nicht ganz vergeblich für mein Land und meine engste Heimat Garmisch-Partenkirchen gearbeitet zu haben.“

Eine große Trauergemeinde nimmt am 29. Januar 1931 im Garmischer Friedhof von ihm Abschied.

Ehrenbürgerurkunde Max Byschl Ehrenbürgerurkunde, Max Byschl